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Jeanine Laturner ist die Preisträgerin des Bernstein-CorTec Award 2021

20. Oktober 2021: Prof. Kerstin Krieglstein, Rektorin der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, verleiht zum zweiten Mal den Bernstein-CorTec Preis für Computational Neuroscience und Neurotechnologie. Jeanine Laturner erhält den Preis für ihre Masterarbeit "Ocular dominance plasticity in a thalamo-cortical recurrent network model".
Jeanine Laturner ist die Preisträgerin des Bernstein-CorTec Award 2021

Bernstein-Cortec Award 2021 für die Master-Arbeit von Jeanine Laturner

Der Bernstein-CorTec Preis zeichnet hervorragende wissenschaftliche Leistungen im Bereich Computational Neuroscience und Neurotechnologie aus. Der Preis wird jährlich alternierend für Promotionen oder Masterarbeiten verliehen.

Im Jahr 2021 wird der Preis an Frau Jeanine Laturner für ihre Abschlussarbeit im Studiengang “Master of Science in Neuroscience” verliehen.

Titel der Master-Arbeit:

"Ocular dominance plasticity in a thalamo-cortical recurrent network model" 

Elektrische Reize aus unseren Sinnesorganen werden in den neuronalen Netzwerken des Gehirns verarbeitet und verändern diese dabei. Es können entweder neue synaptische Verbindungen zwischen Nervenzellen entstehen und alte verschwinden, oder existierende Verbindungen werden stärker oder schwächer. Solche Prozesse werden als "Plastizität" zusammengefasst. Sehinformation gelangt von der Netzhaut im Auge in den Thalamus und anschließend in den visuellen Cortex. Lange Zeit wurde davon ausgegangen, dass dem Thalamus dabei eine einfache Weiterleitungsfunktion zukommt und erst im Cortex erfahrungsabhängige Plastizität stattfindet.

Neuere experimentelle Studien zeigen allerdings, dass es bereits im Thalamus Plastizität gibt, welche insbesondere die Mischung von Signalen aus den beiden Augen verändern kann. Wird ein Auge für längere Zeit verschlossen, kommt es zu neuronaler Plastizität, sodass nach erneutem Öffnen des Auges Nervenzellen nun dauerhaft stärker auf Signale vom nicht-verschlossenen Auge reagieren. Dieses Phänomen hat auch medizinische Bedeutung.

Nicht zuletzt deswegen ist es von großem Interesse, die Plastizitätsprozesse genauer zu verstehen und womöglich Strategien zu ihrer Beeinflussung zu entwerfen. In der Masterarbeit wurden thalamo-cortikales Netzwerke auf dem Computer simuliert und mehrere verschiedene plausible Szenarien untersucht, wie die Neubildung und Elimination von Verbindungen gesteuert werden könnten. Das Ziel war, die in Experimenten an Tieren und in Menschen beobachteten Phänomene möglichst gut abzubilden.

Die Preisträgerin hat ihre Arbeit im Labor und unter der Betreuung von Prof. Stefan Rotter angefertigt (https://www.bcf.uni-freiburg.de/about/people/Rotter). Jeanine Laturner hat nach ihrem Studienabschluss eine Position in der freien Wirtschaft übernommen.


Preisvortrag
Die Preisträgerin wird am 9. November 2021 um 17:00 Uhr in einem
Special Bernstein Seminar
über ihre preisgekrönte Arbeiten berichten. Zuvor wird Dr. Jörn Rickert, CEO der Firma CorTec und Stifter des Bernstein-CorTec Awards eine kurze Einführung geben.


Contact
Prof. Dr. Ad Aertsen

Bernstein Center Freiburg

University of Freiburg



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